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Geschrieben am 11.02.2014 in gemischtes, handgemacht | Keine Kommentare

Elternzeitvertretung #3: Mein Backwahn

Nun mein Beitrag zur Blog-Elternzeit. Ich bin begeistert, dass ich mitmachen darf, gleichzeitig aber auch ein wenig ratlos, worüber ich nun eigentlich bloggen kann. Irgendwas Handgemachtes? Und um was geht es hier bei Kitchencat sonst so? Garten… Handarbeiten… Backen!

Was das Backen angeht, treffen sich bei mir zwei sehr inkompatible Eigenschaften: Ich probiere sehr gern neue Dinge aus, bin aber extrem schnell frustriert, wenn das Backwerk am Ende nicht meinen Vorstellungen entspricht oder gar überhaupt nicht genießbar ist.
Während also erstere Eigenschaft eigentlich dafür spräche, einfach Zutaten in die Schüssel zu werfen und munter eigene Rezepte zu kreieren, würde Eigenschaft Nummer zwei dann dafür sorgen, dass ich nach dem ersten missglückten wilden Versuche gar nichts mehr büke – und das wäre ja blöd.
Also bin ich vor vieelen Jahren dazu übergegangen, Rezepte zu sammeln.
Zuerst habe ich mir die Rezepte, die ich aus der alten Rezeptkladde meiner Mama besonders gern mochte, abgeschrieben – da fing allerdings das Drama schon an: Wo habe ich den Zettel mit dem wunderbaren Marmorkuchenrezept? Ist das, was ich hier auf diesen Zettel gekritzelt habe, das Rezept für Butterplätzchen? WIEVIEL Mehl???
Es musste also eine eigene Kladde her, in die ich zuerst wirr und durcheinander alles schrieb, was ich so backen wollte und gebacken hatte. Ich muss nicht erwähnen, dass das reinste Chaos ausbrach und ich vollends den Überblick verlor?
Ich überlegte also, was ich machen könnte.
Karteikarten? Können verloren gehen.
Ein Adressbuch mit alphabetisch sortierten Rezepten? Wenn ich da mal eins streichen will, sieht das total blöde aus!
Eine neue Kladde und alles ORDENTLICH abschreiben? Wenn dann neue Sachen dazukommen, bin ich bald wieder am selben Punkt.
Und so entstand nach jahrelangem Hadern mit meiner Rezeptsammlung schließlich:
Mein Backwahn.

backwahnViele, viele Jahre habe ich diesen einfachen, eigentlich dunkelgrünen A5-Ringbuchordner einfach so benutzt. Die alten Seiten aus dem Kalender gerissen und zusammen mit ausgedruckten Rezepten und anderen Zettelchen abgeheftet, neue Rezepte ordentlich aufgeschrieben und immer mal wieder ausgemistet.
Irgendwann dann fand ich ihn aber zu hässlich, also musste ich was daran ändern, also:
Munter Abbildungen von Essen sammeln. Von dekorativem Essen bitte. Da ich sowieso gern Collagen mache und immer Material sammle, waren die Bilder schnell beisammen und aufgeklebt.
An den Rändern des Ordners habe ich darauf geachtet, dass der Kleber nicht bis zum Rand des jeweiligen Papierschnipsels geht, denn so konnte ich hinterher noch schönes, buntes Papier an die Ränder kleben und die letzten Reste der grünen Ursprungshülle verschwinden lassen.
Ursprünglich hatte ich zwar die Essensschnipsel bis um die Ränder des Ordners ziehen wollen, doch das Papier war zu dünn und ließ sich nicht sinnvoll biegen. Also habe ich in meiner Papiersammlung gewühlt und vier verschiedene Schnipsel buntes Papier verwendet. Am Ordnerrücken ein recht breites Stück Pappe, dann das muss ja auch einiges aushalten.
Das Schild besteht aus Schichten: Ganz oben ausgeschnittene Buchstaben aus Zeitschriften, auf weißer Pappe das selbst „entworfene“ Label (siehe Fußnote 1), ein Stück gepunktete Pappe und verschiedene Schnpiselchen als Deko.
Zum Schluss das Ganze noch mit durchsichtiger Klebefolie beziehen – fertig.

Ich habe die Rezepte einfach in drei Rubriken unterteilt: „Backen“, „Plätzchen“ und „Kochen“, wobei letztere außer Opas Rindfleischsuppe nicht wirklich etwas enthält, denn Kochen ist bei mir doch eher… Freestyle. ;).
In den Rubriken ist dann meist das, was ich am häufigsten benutze, vorn. Oder das zuletzt benutzte. Da herrscht Anarchie.
Man kann es natürlich auch alphabetisch sortieren oder in Hauptzutaten oder Farben aufschlüsseln, mehr Rubriken machen, „süß“ und „herzhaft“ trennen, oder, oder, oder…
Vielleicht mache ich das auch irgendwann, denn das Beste an diesem System ist für mich, dass ich umsortieren kann, wenn ich mag. Wenn ein Blatt mit einem Rezept bekleckert ist, schreibe ich es neu ab, wenn ich ein Rezept nicht mehr mag, kommt es raus und wenn mir danach ist, bemale ich ein Rezeptblatt einfach bunt.
Was dort oben rausschaut, sind übrigens abgeheftete Zettel, die ich noch nicht zurechtgeschnitten habe, weil ich die Rezepte noch nicht probiert habe und nicht weiß, ob ich sie überhaupt mag.

Wenn ich nun backe, stelle ich das Ganze einfach in diesen wunderbaren Low-Budget-Buchständer, den ich bei Lederkram (Es gibt dort ganz wunderbare Sachen! Schaut euch mal um!) erworben habe, sodass ich den Überblick behalte und nicht allzuviel voll kleckere.

Nun bin ich aber neugierig und würde mich sehr eure Version von Rezeptsammlungen freuen – schreibt ihr überhaupt was auf? Wenn ja, wo und wie? Raus damit! :)

Liebe Grüße von Melanie – mehr von mir lest Ihr auf www.cyberwusel.de

Fußnote 1: Man nehme ein Stück Papier und falte es zweimal in der Mitte, schneide dann an den beiden „Außenrändern“, die keine Falz haben, geschwungene Bögen hinein und falte das Ganze wieder auf – schon hat man ein symmetrisches Label. :)

P.S.: Die Rückseite habe ich einfach streifenweise mit Masking Tape beklebt – das ist nicht so hübsch und wird deshalb nicht fotografiert.

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