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Geschrieben am 12.05.2013 in hausgemacht | 2 Kommentare

Marian Keyes “Glück ist backbar” und warum Backen erdet

Backen erdet. Sagt die Mutter einer lieben Freundin immer. Egal ob Du Sorgen hast, Probleme wälzt, Entscheidungen treffen musst, Liebeskummer Dich quält, backen erdet Dich wieder und bringt Ruhe und Kraft.

Und es stimmt. Das Backen an sich gibt Halt und Struktur. Das Rezept gibt vor, welche Zutaten Du benutzt und wann Du sie wie zusammen bringst. Ehrlich gesagt mochte ich backen eigentlich genau deswegen nie. Beim Kochen kann ich mehr variieren, mehr frei Schnauze Zutaten hinzufügen oder weglassen. Schon mal versucht beim Backen das Mehl wegzulassen und dafür einfach mehr Butter zu nehmen? Klar, auch beim Backen gönne ich mir mittlerweile hier und da Freiheit und kann so eigene Rezepte kreieren. Aber dennoch gibt es eben ein einzuhaltendes Grundprinzip. Das hilft, gibt Halt. Backen ist eben auch ganz viel Chemie. Und da gibt es leider auch so einige Regeln.
Dann ist es so, dass es beim Backen einfach gut riecht, die Küche wird warm, einem selbst wird warm (so einen Teig kneten ist ganz schön anstrengend), es riecht ein wenig nach Kindheit, das Lächeln der Menschen, wenn man das Gebackene teilt…

Glück ist backbar

… Alles so einfache Erkenntnisse, warum backen die Menschen nicht mehr? Marian Keyes behauptet sogar Backen habe ihr das Leben gerettet. In ihrem 2012 erschienenen Buch “Glück ist backbar” beschreibt sie wie sie einen Nervenzusammenbruck erlitt und geradewegs in eine Depression schlitterte. Sie probierte alles mögliche aus, Yoga, Wellness, Sport, Meditation, … aber nichts half ihr so wirklich. Bis sie mehr oder weniger zufällig zum Backen kam. Sie backte einen Geburtstagskuchen für eine Freundin.
Dabei stellte sie all die tollen oben beschriebenen Nebenwirkungen fest, was dazu führte, dass sie rund um die Uhr backte.

Glück ist backbar III

Ihr Buch “Glück ist backbar” ist dabei entstanden und ab sofort wirklich eins meiner Lieblingsbackbücher!!! Zu Beginn beschreibt sie in ihrer wundervollen humorvollen Art, wie sie zum Backen kam. Danach erklärt sie allerhand nützliches Back-Latein. Einige Weisheiten kannte ich schon, andere machten mich stutzig. Ein Stückchen Eierschale, die beim Ei-aufschlagen in den Teig gekommen ist, mit einem anderen Stück Eierschale herauszufischen hört sich schon ziemlich lustig an. Nach dem Backen des köstlichen Kokos-Kuchen von ihr, kann ich bestätigen – es klappt!
Zu jedem Rezept schreibt sie kurz, warum oder wann sie das Rezept gebacken hat, was daran besonders ist, was man tunlichst vermeiden sollte und warum sich im Rezept vielleicht was wunderlich anhört. Es ist also immer Lese- und Backvergnügen zu gleich garantiert.

Euch möchte ich das Rezept zum schnellen und einfachen Chocolate Fudge Pudding ans Herz legen. Erstens – schnell gemacht ist der allemal. In der Regel hat man auch alle Zutaten im Haus. Zweitens – einfacher sind noch nicht mal Pfannkuchen. Und drittens – Marian ist Irin und wir kommen grade aus Irland zurück, wo wir jede Menge Sticky, Toffee, Fudge, Chocolate, und was weiß ich noch für Pudding aßen. Yummy!!! Es ist auch kein normaler Pudding, wie wir ihn hier kennen. Es ist eher ein sehr feuchter Kuchen, immer in Sauce getränkt, übergossen, mit Sahne oder Eis, heiß, warm oder kalt, …

Glück ist backbar I

Chocolate Fudge Pudding:

Für den Teig:
115 g ungesalzene Butter (ich nahm Sauerrahmbutter)
115 g heller Rohrzucker
1 TL Vanilleextrakt (ich nahm gemahlene Vanille)
2 Eier, leicht verquirlt (ich habe sie direkt in die Schüssel gegeben)
85 g Mehl
1/2 TL Backpulver
30 g Kakaopulver
1 Prise Salz

Für die Sauce:
85 g dunkler Mascobadozucker (Rohrzucker geht sicherlich auch)
30 g Kakaopulver
225 ml Milch

Eine Ofenfeste Form mit 1,5 l Fassungsvermögen mit Butter einfetten und den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eigentlich heize ich selten den Backofen vor, aber Marian rät immer dazu, da die Zutaten ja sofort und nicht erst nach 5 Min. bei der angegebenen Hitze backen sollen. Generell kann man nicht jeden Teig ewig stehen lassen. Auch etwas worüber ich noch nie nachgedacht hatte. Denn das Backtriebmittel oder frisch unter gehobener Eischnee hält den Teig nicht ewig fluffig…

Butter und Zucker zu einer hellen, fluffigen Creme schlagen. Dann die Vanille und die Eier hinzugeben.

Mehl, Backpulver, Kakao und Salz hinein sieben (gut, ich gebe es zu, ich habe aus Faulheit nicht gesiebt) und unterrühren.

Den Teig in die gefettete Form geben.

Für die Soße alle Zutaten verrühren und einfach (wirklich einfach so) über den Teig schütten. Sie sagt selbst, das klinge komisch, aber es funktioniert SUPER.

Den Pudding nun für 40 Min. in den Ofen stellen und vergessen, schreibt Marian. Aber ganz ehrlich – meine Testesserinnen und Testesser konnten ihn keine Sekunde vergessen. Der Geruch, der aus dem Backofen strömte, war einfach schon zu köstlich! Außerdem machte es Spaß dabei zu zu sehen, wie sich der Teig in der Form verteilte und die Sauce am Rand schön vor sich hin köchelte.

Glück ist backbar V

Ich habe mich so sehr davon beeinflussen lassen, ja eine große Form zu nehmen, damit nichts überbrodelt. Aber das nächste Mal werde ich doch eine etwas kleinere Form nehmen, natürlich trotzdem groß und hoch genug, damit der Pudding an sich etwas höher wird und man mehr Sauce am Rand hat. Denn wie auch bei vielen anderen Gerichten – der Rand ist das Beste!

Glück ist backbar VI

Liebe Mama meiner lieben Freundin, danke für den tollen Rat! Er hat mir wirklich schon oft geholfen (und meinen Mitmenschen auch, die das Resultat meiner Sorgen aufessen durften). Und liebe Marian, vielen Dank für das noch etwas länger im Urlaubsglücksgefühl schwelgen bei herrlichen Rezepten und schönen Geschichten!

2 Kommentare

  1. Der Simon hat gleich einen großen Flatschen vom Fudge gegessen, sodass die Tine futterneidisch wurde… Bei so einem leckeren Nachtisch kann man ja auch wirklich mal alle Manieren verlieren und große Flatschen essen, darum streiten und anschließend die (fast völlig) leere Form auskratzen. Mmh. DANKE, dass wir mitfuttern durften.

    • Wie immer gerne!!!

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  2. Snickers-Käsekuchen mit extra Erdnüssen und Karamellsoße - noch Fragen? - kitchencat | kitchencat - […] und Karamellsoße drüber. Da konnte ich nicht wiederstehen und musste das Rezept testen. Ihr Buch “Glück ist backbar” habe …

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